Geschichte: 80 Jahre Bäcker Bachendorf
Im April 1924 kaufte der Bäckermeister und Konditor Jürgen Hinrich Bachendorf die ehemalige Gammellunder
Mühle von Jens P. Hansen, einem vermögenden dänischen Grundbesitzer. Die Windrose, die das Mahlwerk antrieb,
war im Jahre 1921 in einem schweren Sturm stark beschädigt worden, so daß sie abgebaut werden mußte.
Die Mühle wurde zur Backstube umgebaut und im angrenzenden Wohnhaus wurde ein Stubenladen eingerichtet.
Mittels Pferdefuhrwerk belieferte Jürgen Bachendorf die ganze Umgebung Gammellunds, teilweise sogar bis nach
Flensburg. Berühmt war er vor allem wegen seines besonders guten Weißbrotes, seines exzellenten Butterkuchens
und nicht zuletzt wegen des kräftigen Schwarzbrotes, das besonders auf den umliegenden Baürnhöfen als
stärkendes Grundnahrungsmittel geschätzt wurde. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren ging es recht turbulent
beim Bäcker zu. Um die Grundversorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können mußte man mit
viel Phantasie Rohstoffengpäße meistern.
Ende der Vierziger Jahre kam der Sohn Johannes in den elterlichen Betrieb. Die "knappe Zeit", wie der Volksmund diese
schweren Jahre nannte, war sein Anfang. Er machte seine Meisterprüfung und führte die Bäckerei Bachendorf
weiter. Bis 1970 wurde die Bäckerei in den ursprünglichen Betriebsräumen weitergeführt.
Durch einen Brand wurde in dem Jahr die Backstube vollends zerstört. Obwohl der Brandschaden nur zu 10%
versicherungstechnisch abgedeckt war, entschloßen sich Johannes Bachendorf und deßen Sohn und jetziger
Betriebsinhaber Jürgen Bachendorf zum Wiederaufbau der Bäckerei. Seitdem wurde der Betrieb ständig erweitert
und umgebaut.
Seit 1971 leitet nun Jürgen Bachendorf jr. die Geschicke des Betriebes und konnte zusammen mit seiner
Familie im April 1999 auf 75 Jahre Bäckereigeschichte zurückblicken. " Ein sehr wechselvolles Bild mit
vielen Höhen und Tiefen mit dem Wandel vom Lebensmittelgrundversorger bis hin zum Spezialitäten- und
Schlemmerbäcker der heutigen Zeit" resümiert Jürgen Bachendorf nachdenklich.
Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß Bäckermeister Bachendorf alte Rezeptblätter
des Firmengründers wiedergefunden und diese zum Teil schon nachgebacken hat, wie zum Beispiel das SCHIFFERBROT,
das im Geschmack und Frischhaltung nicht zu übertreffen ist. "Ein Brot völlig ohne irgendwelche Fremdzutaten,
Konservierungßtoffe usw." versichert uns der Fachmann.
Besonders stolz sind die Bachendorf's auf ihre Kinder, steht doch die vierte Generation der Bäckerei bereits in den Startlöchern.